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Sonntag, 4. Dezember 2016

Frostiges Winterwetter



Langsam gehe ich durch den eisigen Garten. Bei jedem Schritt knistert es unter meinen Schuhen und kleine Atemwölkchen steigen über meinem Kopf in den stahlblauen Himmel empor. Ich ziehe meinen warmen wolligen Schal enger um meinen Hals und verstecke meine kalte Nase darin. Die Luft ist einfach herrlich - klar und eisig! So mag ich den Winter am liebsten. Ich lege meinen Kopf in den Nacken und beobachte eine Schar Wildgänse, die laut rufend über unseren Garten hinwegfliegt. Ein lustiges Eichhörnchen hüpft über die Wiese und bleibt erschrocken stehen. Eins, zwei, drei - noch ehe ich ein Foto machen kann hüpft es auch schon davon. Aus unserem kleinen Wäldchen kann man plötzlich ein lautes Rascheln vernehmen und unsere Hündin stobt heraus. Ihr putzigen Ohren fliegen im Wind und auf ihrem Gesicht ist ein Hundegrinsen zu sehen. "Beeil dich, kleines Eichhörnchen!", denke ich für mich und sehe belustigt zu, wie sich unsere Hündin mit ihren Vorderpfoten an den Baumstamm stützt. Eichhörnchen mag Julie gar nicht, sind sie doch immer darauf aus den Hühnern die Eier zu klauen. Im Vorgarten direkt hinter der hohen Hainbuchenhecke werde ich fündig, denn ich bin auf der Suche fotografisch den Winter festzuhalten. Meine rote Scheinbeere ist mit Reif überzogen und auch der Hagebuttenzweig glitzert silbrig weiß. Genau diesen winterlichen Flair habe ich gesucht.

Ich wünsche Euch einen winterklaren zweiten Advent!
Herzlichst, Nicole.

Meine Sonntagsfreude heute = frostiges Winterwetter

Freitag, 2. Dezember 2016

Von Winterrosen, Lebkuchenherzen und frühen Abendstunden.


"Wie bitteschön kann man Lebkuchen denn nicht mögen?", diese Frage stellte mir vor kurzem Jutta, als sie uns davon erzählte, dass sie nun endlich auch Lebkuchen gekauft hat. Eine gute Frage wie ich finde und wahrscheinlich habe ich deshalb auch bei unserem Biobäcker den Drang verspürt nach Jahren mal wieder Lebkuchen zu kaufen. Allerdings wurde ich auch verführt, denn die feinen, kuchentellergroßen Lebkuchen lagen wunderhübsch dekoriert in der Auslage des Marktstandes. Es gab Lebkuchenherzen mit Vollmilchschokolade, Lebkuchenherzen mit Zartbitterschokolade und Kirschfüllung und wunderschöne einfache Lebkuchensterne. Natürlich mussten alle drei mit nach Hause. Und was soll ich sagen? Sie haben uns einfach wunderbar geschmeckt - nur der Stern war mir einbissel zu stark gewürzt. Dennoch.. mmmh! 
Für meine Freitagsblümchen bin ich heute in den Garten marschiert und habe ein paar Fichtenzweige, Lärchenzapfen und kleine Hagebutten der Multiflora eingesammelt. Dazu habe ich beim Einkaufen ein Bündel orangerote Rosen eingepackt und sie zu Hause um die Hälfte gekürzt. In meinem kleinen Zinkeimer finde ich die weihnachtliche Kombination einfach wunderbar.
Den orangefarbenen Sonnenuntergang konnten Julie und ich bei unserer Abendrunde genießen. Ist der letzte Sonnenstreifen in Orange nicht einfach wundervoll? Ich liebe diese winterliche Abendstimmung kurz bevor die Sonne untergegangen ist. Wenn dann auch noch leichter Nebel emporsteigt, jeder Schritt auf den gefrorenen Wegen knistert und kleine Atemwölkchen über unseren Köpfen schweben wird mir jedes Mal ganz feierlich zu Mute. Geht es Euch auch so? Hachz..!

Mittwoch, 30. November 2016

Adventskranzliebe


"Ich habe dir schon die Kerzen hingelegt.", informiere ich meinen Göttergatten, "Dann kannst du gleich das Loch für die Kerzen mit dem heißen Nagel vorbohren.". Mit einem gekonnten Augenaufschlag grinse ich meinen Göttergatten an. "So, so. Kann ich das?!", erwidert er schmunzelt, "Na, gut!". Er nimmt die Kerzen aus der Verpackung und beginnt mit der Arbeit. Ich habe wunderschöne Kerzen gekauft: dunkelrote vollgefärbte Kerzen, handgefertigt und mit weißen Zahlen von eins bis vier. Auf Wunsch sozusagen, denn beide Kinder wollen nämlich in diesem Jahr wieder ein tradionelles Weihnachtsfest. Mit Tannengrün, roten und weißen Kugeln, Holztieren und Strohsternen. Wahllos nimmt mein Göttergatte die Kerzen zur Hand, doch schon bei dritten Kerze stutzt er. "Hast du gesehen? Hier ist ein Riss drin!". Bekümmert betrachte ich die Kerzen: "Und was nun? Jetzt können wir sie nicht nehmen!". "Doch.", beruhigt mich mein Göttergatte, "Der Riss ist an der Seite, da dekorierst du einfach etwas hin.". Ich nicke noch zuversichtlich, doch da ist es schon passiert, der heiße Nagel hat die Kerze halbiert. "Jetzt können wir sie wohl doch nicht nehmen!", mein Göttergatte guckt bekümmert auf die zwei Stücke. "Nein." antworte ich seufzend, "Und wo bekommen wir jetzt neue Kerzen her? So schöne Kerzen.. ach, männo!". "Wir fahren doch gleich noch zum Möbelschweden, da bekommst du bestimmt noch Kerzen!", mein Göttergatte nimmt die Kerzen an sich, "Und die kommen halt ins Schmelzfeuer!". "Die schönen Kerzen!", jammere ich leise und schiebe den Kranz in die Tischmitte. 
Doch es kommt ganz anders als gedacht. Erst gegen späten Samstag-Nachmittag schlagen wir beim Möbelschweden auf und die einzigen Kerzen, die wir noch in Rot ergattern können, sind nur von aussen eingefärbt und eigentlich auch viel zu groß. Ist das zu glauben?! Beim Möbelschweden gibt es keine passenden Kerzen.. tsss! Aber was soll's? Morgen ist der erste Advent und was wäre ein Adventskranz ohne Kerzen? Eben - kein Adventskranz. Also kommen die einfachen Kerzen mit nach Hause. Mir tut es immer noch um die schönen Kerzen leid, doch wenn ich meinen Kleinen dabei beobachte mit welcher Freude er das Streichholz über die Fläche reibt, um die Kerze zu entzünden, dann bin ich froh, dass die Kerzen eine Übergröße haben. So können sie mehrfach am Tag leuchten, ohne das wir Sorge haben müssen, dass sie bis Weihnachten aufgebraucht sind. 

Dienstag, 29. November 2016

Schneesehnsucht (oder "Wir machen unseren Schnee selber!")


"Ach, Mama!", mein Kleiner schaut mich mit großen traurigen Augen an und seufzt tief, "Jetzt war schon der erste Advent und wir haben noch immer keinen Schnee. Die Menschen in Bayern haben es gut, die hatten schon Schnee und durften Schlitten fahren! Nur wir noch nicht.". Ich wussele meinem Kleinen durch die Strubbelhaare und seufze leise mit: "Du weißt doch, dass wir hier am linken Niederrhein kaum Schnee haben. Vielleicht mal ein oder zwei Tage, aber dann immer erst im Januar.". "Das ist aber ungerecht!", mein Kleiner schmollt, "Ich möchte auch Schnee haben und am besten zu Weihnachten!". Ich blicke meinen Kleinen verständnisvoll an. Ich kann ihn so gut verstehen, diese Sehnsucht nach Schnee hat er definitiv von mir geerbt. Auf einmal kommt mir eine Idee: "Weißt du was, Kleiner? Wir machen einfach unseren Schnee selber!".

Material:
  • 200 g Speisestärke
  • 1/4 Dose Rasierschaum (bei 300ml)
  • 1 Schüssel
  • evtl. Einmalhandschuhe

So geht's:
Zuerst wird die Speisestärke in eine Schüssel geschüttet und danach der Rasierschaum dazugegeben. Jetzt wird alles gut miteinander vermengt. Erst mit einem Holzlöffel und danach mit den Händen. 

Vorsicht: der Schnee ist sehr klebrig. 
Eine Unterlage, welche entsorgt werden kann, ist zu empfehlen.
(Ich hätte auch schreiben können: "Vorsicht, große Sauerei!!".. grins breit!!)


Sonntag, 27. November 2016

Adventskranzbinden im Ofenhaus


Hand in Hand laufen mein Göttergatte und ich durch die dunkle kalte Nacht dem hellen Lichterschein entgegen. Meinen Kranzrohling halte ich fest in meiner freien Hand und lächle voller Vorfreude vor mich hin. Gleich sind wir da, unsere Freunde im Ofenhaus warten sicherlich schon auf uns. Die Tür geht auf und wir treten in die warme Stube. Es duftet ganz weihnachtlich nach Schokolade, Tannengrün, Punsch und offenem Feuer. Ganz leise hört man im Hintergrund alte englische Weihnachtslieder. "Da seid ihr ja!", begrüßen uns unsere Freunde herzlich, "Wir haben schon einmal angefangen. Die ersten Kränze sind schon fertig!". Schnell setzen mein Göttergatte und ich uns dazu. Auf der mit Fellen ausgelegten Holzbank sind noch zwei Plätze nebeneinander frei. Da es schon recht spät ist, sind wir heute das erste Mal ohne Kinder im Ofenhaus. Unsere Jungen wollten lieber noch zu Hause etwas spielen, ehe der Tag ganz zu Ende ist. So langsam werde ich mich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass unsere Kinder nicht immer dabei sein wollen. Ich spüre wie mein Herz schwer wird und mich eine leise Melancholie trifft. Doch die munteren Gespräche über geplante Weihnachtsfeiern in den Grundschulklassen unserer Freunde lassen meine Stimmung rasch verblassen. Da wird von einer Märchenaufführung "Hänsel und Gretel" gesprochen, von der Geschichte "Es klopft bei Wanja in der Nacht" oder dem Theaterstück "Der kleine Tannenbaum". Der Adventskranz nimmt rasch Form in meinen Händen an, denn meine Freundin ist so lieb und schneidet fleißig Tannengrün für mich in kleine Stücke. Ihr Kranz liegt schon fertig zu ihren Füßen. Während der Ofen vor sich hin bollert, fegt auf einmal ein eisiger Wind durch das Ofenhaus als die Tür sich öffnet und der Herr des Hauses mit einem neuen Schwung Tannengrün hereinpoltert. Seine Holzklotschen geben dabei einen lustigen Takt an. "Brauchen wir noch mehr Nordmanntanne?!", fragt er in die Runde und wirft seine nadelige Last einfach in die Mitte des Ofenhauses auf den Boden. Ein harziger Duft steigt mir in die Nase und mein Blick fällt durch das alte Sprossenfenster auf den mit kleinen Lichtern geschmückten Weihnachtsbaum im Hof. Fröhliches Kinderlachen dringt von draußen rein und die hübsche Katze schlüpft schnell noch ins Warme ehe die Tür sich wieder schließt. Mit einem Mal wird mir ganz weihnachtlich zu Mute. 

Ich wünsche Euch einen friedvollen ersten Advent.
Herzlichst, Nicole.

Meine Sonntagsfreude heute: liebgewordene Traditionen