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Dienstag, 27. Juni 2017

Walderdbeerzeit und ein Häkelarmband


Ganz versteckt in einer kleinen Ecke unseres Waldgarten wachsen winzigkleine Walderdbeeren. Sie füllen den Mund nicht so aus wie eine normale Erdbeere, doch in ihrer Süße und ihrer Wildheit sind sie unübertroffen, das findet zumindest mein Sohnemann. "Mama, ich geh' schnell mal gucken, ob wir wieder rote Walderdbeeren haben!", obwohl es noch recht früh am Morgen ist, ist mein Kleiner schon längst munter. Manchmal meine ich, er steht noch vor den Hühnern auf. "Zieh dir wenigstens Gartenclogs an!", rufe ich ihm schnell hinter her und füge hinzu, "Es ist noch Tau auf dem Gras!". Doch mein Sohnemann ist bereits in der Mitte des Gartens angelangt und seine Füße hinterlassen kleine Abdrücke im hohen Gras. Kurz drauf ist er wieder zurück im Hof, seine Schnute ist erdbeerrot verschmiert und auf seinem frischen T-Shirt prangt ein Erdbeerfleck. Mittlerweile brennt die Sonne schon vom Himmel herunter und es verspricht ein heißer Junitag zu werden. Mein Kleiner pustet seine lange Ponyfransen aus dem Gesicht und teilt mir fröhlich mit: "Ich mag unsere kleinen Erdbeeren so gerne, Mama! Leider sind jetzt keine Roten mehr dran, da müssen wir wieder ein paar Tage warten.". Lächelnd öffnet er seine linke Faust, hält mir einige etwas ramponiert aussehende Erdbeeren hin und erklärt treuherzig, "Aber ich habe dir auch welche mitgebracht. Sie sind auch kaum zermatscht!".

Für meinen fleißigen Erdbeerpflücker habe ich gestern extra ein passendes Armband gehäkelt. Die Idee habe ich vor einiger Zeit bei Birgit entdeckt und die Anleitung habe ich bei Claire gefunden. Ich finde die bunten Häkelarmbänder einfach bezaubernd. Vielen Dank an Euch beide.


Freitag, 23. Juni 2017

Schafgarbe und Schafskälte


Da heißt es doch in einer sehr alten Bauernregel zwischen dem 04. - 20. Juni kann es nochmal ordenlich kalt werden. Deshalb scheren viele Hirten und Bauern ihre Schafe erst gegen Ende Juni. Was für ein Glück, dass die Besitzer dieser Tiere sich nicht an die alte Regel gehalten haben und ihren Schafen das Fell geschoren haben. Stellt Euch mal vor, wie warm es den Tieren in ihrem Fell gewesen wäre. Sie wären sicherlich an einen Hitzschlag gestorben. Mensch, was war das eine Hitze. Gestern als die ersten Regentropfen fielen war ich regelrecht erleichtert. Was für eine Wohltat für die Natur und für mich.. lach! Dabei war das trockene Wetter genau richtig, um im Garten tiefe Löcher zu graben und große Wurzeln zu entfernen, nur die Hitze dazu war nicht so angenehm. Fertig sind wir allerdings immer noch nicht, aber das ist eine andere Geschichte. Heute habe ich passend zu den nackigen Schafen ein paar Stengel Schafgarbe abgeschnitten und in meine schon angeschlagene Emaille-Kanne gestellt. Ich mag ihren herben Duft und ihren bäuerlichen Charme. In meiner Tasse befindet sich heute Morgen übrigens ein starker Kaffee mit einem Spritzer Zitrone. Wußtet Ihr, dass Kaffee Kopfschmerzen lindern kann? Das liegt daran, dass Kaffee die Durchblutung im Gehirn steigert. Die Mischung Kaffee und Zitrone soll nicht nur Spannungskopfschmerzen vertreiben, sondern auch Migräne-Attacken lindern. Mein Chef hat mich auf die Kombination aufmerksam gemacht und was soll ich sagen? Es wirkt. So, meine Lieben. Genug geplauscht, ich muss los. Mein jüngstes Patenkind wird heute aus dem Kindergarten geworfen und meine mittlere Patentochter hat heute Geburtstag. Warum muss eigentlich immer alles zur gleichen Zeit stattfinden.. tsss!?

Ich wünsche Euch ein wunderschönes abgekühltes Wochenende!
Herzlichst, Nicole

Donnerstag, 22. Juni 2017

Ein Bächlein im Walde


Die Sonne brennt heiß vom wolkenlosen Himmel herab und ein ebenfalls heißer Südwestwind bläst uns um die Ohren. Meine Hündin Julie und ich sind wieder unterwegs, doch mit dieser Hitze haben wir beide nicht wirklich gerechnet. Schnell lassen wir die staubigen Feldwege hinter uns und tauchen in das dichte Grün des Niederkamper-Waldes ein. Was für eine Wohltat. Angespornt durch das angenehme Klima laufen Julie und ich schnellen Schrittes durch den Wald. Plötzlich bleibt Julie stehen und spitzt die Ohren. Ein leises Gurgeln ist zu hören. Bevor ich auch nur reagieren kann, steht Julie auch schon mit allen vier Pfoten im Wasser, ein kleines mir unbekanntes Bächlein sprudelt fröhlich am Rande des kleinen Waldstückes. Kleine Bachflohkrebse tummeln sich im seichten Wasser und ein paar Stichlinge flitzen im klaren Bachwasser umher. Entzückt setze ich mich in das hohe Gras und genieße den erfrischenden Moment. Nur das Perlen des Wassers und das Gezwitscher der Vögel ist zu hören. Die moderne Welt mit all ihrem Lärm und ihrer Hektik scheint kilometerweit entfernt. Ich ziehe meine Schuhe aus und bade meine vestaubten Füße im kalten klaren Wasser. Mit einem Lächeln beobachte ich einen Wasserläufer, der erschreckt das Weite sucht. Hachz.. so lässt es sich aushalten.

Verlinkt mit: *Naturdonnerstag" von Ghislana

Mittwoch, 21. Juni 2017

Trevlig Midsommar!


Schon jahrelang träume ich davon 'Midsommar' zu feiern, am liebsten auf einer der vielen Schären-Inseln in Schweden. Doch leider kommt uns jedes Jahr etwas dazwischen, dabei möchte ich einmal im Leben mit Blumen im Haar, barfuß um die Mittsommerstange tanzen, Heringe essen, Schnaps trinken und lauthals schwedische Volksweisen singen. Für meinem Göttergatten ist es mittlerweile schon eine Herzensangelegenheit geworden, einen würdigen Ersatz für diesen Wunsch zu finden. So überraschte er mich im letzten Jahr mit einem feinem Midsommar-Konzert von der Gruppe 'Lindelund' und auch in diesem Jahr hatte er eine ganz wunderbare Idee. Wir haben einen schwedischen Kochkurs mitgemacht. Es wurden die herrlichsten Gerichte gezaubert:  'Lax', 'Jansons Frestelse', 'Sjömannsbiff', 'Rödbeta', 'Hasselbackpotatis' 'Gurksallad', 'Inlagd Sill' und natürlich auch 'Hovmästarsas'. Zum Nachtisch gab es eine 'Fin Äppelefterrätt' mit Vaniljsås... mmmh!

Sonntag, 18. Juni 2017

Ein Garten mit Patina


Wenn manche Gartenbesitzer stöhnen und direkt an ihren Hochdruckreiniger oder gar an einen neuen Anstrich denken, geht bei mir das Herz auf. Wenn das Holz langsam verwittert und eine silbrigschimmernde Patina bekommt oder sich an den einfachen Tontöpfen der erste Kalk absetzt, hüpft mein Herz vor Freude. Ich liebe es, wenn der Garten eine Patina bekommt. Auch die Pflanzen in unserem Wald-Garten sind so gewählt, dass dieser Effekt noch unterstrichen wird. Da gibt es Hauswurz, Mühlenbeckia, Stacheldrahtpflanzen, Fetthennen, Hortensien, Funkien und Farne. Je nach Saison kommen natürlich auch noch andere Pflanzen hinzu. Im Frühjahr bohren sich Schneeglöckchen, Krokusse, Blausternchen, Tulpen, Perlhyazinthen, Buchwindröschen und Osterglocken durch die Erde und Hornveilchen und Zierlauch überbrücken zart die Zeit bis die ersten Rosen-, Lavendel- und Salbeiblüten sich öffnen. Wenn es dann auf den Herbst zugeht, werden aus den Rosen Hagebutten, Topinamburblüten und Sonnenblumenköpfe wiegen sich sanft im Wind und Eriken geben sich die Ehre. Mit der Adventszeit verschwinden so langsam alle blühenden Pflanzen und Beeren, wie die Scheinbeere und der Ilex, geben dem Garten einen Hauch von Farbe. Doch meine sanftgrünen Lieblinge sind mehr oder weniger das ganze Jahr im Garten und geben ihm eine verwunschene Patina.